Was ist Vibe Coding? Hype oder Kreativitäts-Booster?
Vielleicht ist dir der Begriff Vibe Coding in Podcasts, auf Instagram oder LinkedIn schon begegnet. Doch was steckt dahinter? Einfach gesagt: Statt selbst Code zu schreiben, beschreibst du einer KI einfach dein Ziel. Sie übernimmt die Programmierung und erstellt daraus funktionierenden Code.
Vibe Coding beschreibt eine neue Art der Softwareentwicklung, bei der Menschen in natürlicher Sprache mit einer KI sprechen, um funktionierenden Code zu erzeugen. Der Begriff wurde 2025 vom KI-Forscher Andrej Karpathy geprägt¹. Seine Idee: Man arbeitet nicht mehr mit Code, sondern mit Intention. Man beschreibt, was man will und die KI kümmert sich um die Umsetzung.
Warum heißt es Vibe Coding?
Beim klassischen Programmieren musst du Syntax kennen, Logik verstehen und Fehler selbst beheben. Beim Vibe Coding beschreibst du eher das Ziel oder die gewünschte Funktion. Es fühlt sich weniger technisch, sondern eher wie ein Gespräch an.
Der typische Ablauf sieht so aus:
Du erklärst dein Vorhaben in natürlicher Sprache
Die KI erstellt einen ersten Code-Vorschlag
Du verbesserst oder korrigierst per Dialog
Wie funktioniert Vibe Coding in der Praxis?
Technisch steckt dahinter ein sogenanntes Large Language Model (LLM). Diese Modelle analysieren deine Beschreibung und erzeugen daraus Code. Du gibst einen Prompt ein, also eine Beschreibung deiner Idee und die KI generiert darauf basierend eine erste Version deiner Anwendung.
Der große Unterschied zu klassischer Entwicklung.
Der große Unterschied liegt weniger in der Technik, sondern in der Denkweise. Beim Vibe Coding verschiebt sich deine Rolle vom klassischen Entwickler hin zum Orchestrator, der Anforderungen formuliert und Ergebnisse bewertet.
Ein Vibe Coding Beispiel
Du startest mit einer groben Idee. Die KI liefert eine erste Version. Danach prüfst du das Ergebnis, gibst Feedback und präzisierst deine Anforderungen. Schritt für Schritt entsteht so eine bessere Lösung. Vibe Coding ist kein einmaliger Befehl, sondern ein iterativer Dialog zwischen dir und der KI. Angenommen, du möchtest eine kleine To-Do-App bauen könntest du schreiben:
„Baue mir eine einfach To-Do-App mit Eingabefeld, Liste und Löschfunktion.“
Die KI generiert dir eine erste Version. Danach könntest du ergänzen:
„Bitte speichere die Aufgaben lokal im Browser.“
So entsteht Software im Dialog.
Screenshot: lovable.dev
Was kann ich mit Vibe Coding entwickeln?
Mit Vibe Coding lassen sich heute weit mehr als nur kleine Experimente umsetzen. Je nach Tool und Komplexität kannst du damit unterschiedliche digitale Produkte entwickeln oder zumindest als funktionierenden Prototyp aufsetzen.
Folgende Projekte kannst du realisieren:
Interne Business-Apps
Komplexe SAAS Lösungen
IOS / Android Apps
Marketing-Websites
Interaktive Portfolio-Website
Und vieles mehr...
Gerade für erste Versionen, Tests oder MVPs ist Vibe Coding besonders stark. Es ermöglicht dir, Ideen schnell sichtbar zu machen, Prozesse zu automatisieren oder neue Geschäftsmodelle auszuprobieren ohne monatelange Entwicklungszeit. Hier ist ein Beispiel das wir mit HelloDesign mit nur wenigen Prompts entwickelt habe. Eine Website mit der man gepunktete Muster entwickeln und anschließend herunterladen kann.
Vibe Coding senkt die Einstiegshürde in die Softwareentwicklung deutlich. Menschen ohne technischen Hintergrund können Ideen eigenständig umsetzen und digitale Produkte testen. Dadurch wird das Tech-Ökosystem offener. Mehr Perspektiven, mehr Experimente und mehr Innovation entstehen.
Vorteile im Überblick:
Niedrige Einstiegshürde
Schnelle Prototypen
Kreativer Flow ohne Coding-Stress
Ideal für Ideen und Tests
Beschleunigte Produktentwicklung
Wo liegen die Grenzen?
KI kann Code generieren, aber sie versteht weder dein Geschäftsmodell noch deine individuellen Sicherheitsanforderungen. Der erzeugte Code wirkt oft funktional, kann jedoch versteckte Fehler, unsaubere Strukturen oder Sicherheitslücken enthalten. Zudem prüft die KI nicht automatisch, ob regulatorische Vorgaben oder Datenschutzstandards eingehalten werden. Gerade bei sensiblen Unternehmensanwendungen sollte generierter Code daher immer von erfahrenen Entwicklern überprüft, getestet und sauber integriert werden.
Mögliche Risiken:
Sicherheitslücken
Schlechte Wartbarkeit
Unklare Architektur
Abhängigkeit vom KI-Tool
Für wen eignet sich Vibe Coding?
Vibe Coding ist im Grunde für alle zugänglich, die ihre Anforderungen klar und strukturiert formulieren können. Entscheidend ist weniger technisches Vorwissen, sondern die Fähigkeit, Ziele präzise zu beschreiben. Bei komplexen Systemen entstehen natürlich Hürden doch wie bei jeder neuen Kompetenz entwickelt sich auch das eigene Prompting mit der Zeit weiter.
Schüler oder Studierende, die experimentieren möchten
Wird Vibe Coding Entwickler ersetzen?
Nein. Aber es verändert ihre Arbeit. Die Rolle verändert sich sie verschwindet nicht.
Entwickler werden weniger Zeit mit dem entwickeln von "Routine-Code" verbringen und mehr mit Architektur, Qualitätssicherung und dem Trainieren von KI-Modellen.
„AI won’t replace human coders anytime soon, but will act as a powerful partner that enhances their capabilities and frees them to focus on creative problem-solving.“ – Sundar Pichai, CEO von Google.
Welche Tools treiben den Trend?
Hinter Vibe Coding stehen vor allem KI-gestützte Entwicklungsumgebungen und Sprachmodelle. Plattformen wie Lovable machen es besonders einfach, aus einer Idee per Texteingabe direkt funktionierende Web-Apps zu erzeugen. Auf der Modellseite treiben Unternehmen wie Anthropic mit ihrem KI-System Claude die Entwicklung voran. Diese Tools kombinieren leistungsfähige Sprachmodelle mit intuitiven Interfaces und machen Softwareentwicklung zugänglicher als je zuvor.
Technisch basiert Vibe Coding auf sogenannten Large Language Models (LLMs) wie GPT. Diese Systeme wurden mit riesigen Mengen an Text und Code trainiert und berechnen Wahrscheinlichkeiten für passende Zeichenfolgen. Sie zerlegen Sprache in Token, erkennen statistische Muster und generieren daraus neuen Code. Dabei simulieren sie Verständnis, verfügen jedoch über kein echtes Kontextbewusstsein oder strategisches Denken.
Zukunftsperspektive
Vibe Coding gilt nicht nur als kurzlebiger Trend, sondern als Teil einer größeren Transformation der Softwareentwicklung. Experten wie Andrej Karpathy sehen darin eine Verschiebung der Rollen, bei der KI nicht nur Code schreibt, sondern die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine neu definiert. KI übernimmt Routineaufgaben, Menschen konzentrieren sich auf Architektur und Problemlösung. Gleichzeitig erwarten Branchenbeobachter, dass KI-Assistenz die Produktivität stark erhöht und neue Formen von Arbeitsweisen ermöglicht, auch wenn sie Entwickler nicht vollständig ersetzt. Große Unternehmen wie Nvidia zeigen, dass KI-Tools repetitive Aufgaben übernehmen, während erfahrene Ingenieure sich auf komplexere Herausforderungen konzentrieren können. Ein Zeichen dafür, dass Vibe Coding Teil des normalen Entwicklungsprozesses wird, nicht nur ein kurzfristiger Hype.